Angefangen hat alles in Afrika

Vor wahrscheinlich 4 bis 5 Millionen Jahren - Aufrechter Gang

Unsere Vorfahren, ein bunter Haufen von Urmenschen tummelte sich in den vergangenen vier bis fünf Millionen Jahren in den endlosen Wäldern, Savannen und Steppen des afrikanischen Kontinents. Lange galt der 1974 in Ostafrika entdeckte „Australopithecus afarensis“, besser bekannt unter dem Namen „Lucy“ mit rund 3,7 Millionen Jahren als unser ältester Ahne. Im Sommer 1995 wurde „Lucy“ durch den 3,9 bis 4,2 Millionen Jahre alten „Australopithecus ramidus“ entthront. Er war auch ein aufrecht gehender Hominide, der am Nordrand von Kenia gefunden wurde und ebenfalls in der direkten Vorfahrenlinie sämtlicher Frühmenschen steht. Immer wieder gibt es Funde, die scheinbar in unsere Ahnenreihe eingefügt werden können, so dass das Kapitel der Menschwerdung wohl noch lange nicht abgeschlossen werden kann.

Ich glaube es ist für unsere Familie auch nicht ganz so wichtig, unseren ältesten Vorfahren kennen zu lernen.

Vor wahrscheinlich 800.000 Jahren - Nutzung des Feuers

Sein Sprechapparat glich jedoch mehr dem heutiger Babys, wie amerikanische Forscher mit Hilfe von Computer-Modellen herausgefunden haben wollen: Der Kehlkopf saß höher im Hals als beim modernen Menschen, so dass der Rachenraum kleiner war, und außerdem konnte die sehr viel längere Zunge nur die Mundhöhle, nicht aber den Rachenraum zum Hervorbringen bestimmter Laute verformen. Auch waren Unterkiefer und Zähne zu groß, um differenzierte Laute zu bilden. Erst mit der Entdeckung und Nutzung des Feuers vor knapp 800.000 Jahren hat er dann einen wesentlichen Schritt nach vorn getan. Er war in der Lage, damit seine Nahrung, sein Fleisch weich zu garen. Damit konnten sich auch im Laufe der Generationen seine schweren Unterkiefer und Zähne zurückbilden, die dann die Entwicklung einer differenzierten Sprache und damit den Austausch auch komplexer Informationen erst möglich machten.

Sie konnten sich noch nicht sprachlich verständigen
Sie konnten sich noch nicht sprachlich verständigen

Erst mit der Beherrschung des Feuers konnte sich Sprache entwickeln.
Erst mit der Beherrschung des Feuers konnte sich Sprache entwickeln.

Bis spätestens vor 100.000 Jahren - Menschliche Sprache 

Erst damit hatten unsere direkten Vorfahren, der „Homo sapiens sapiens“  einen ungeheuren Vorteil gegenüber allen bisher sich entwickelten Rassen: die präzise, schnelle, vielschichtige, unerschöpfliche menschliche Sprache.

Beim „Homo sapiens sapiens“ fand die Evolution gegenüber zum Beispiel dem Neandertaler oder andere parallel existierenden Gattungen, die sich letztendlich nicht durchsetzen konnten einen Ausweg, der - wieder einmal - auf Teamwork, der Zusammenarbeit von vielen Einzelwesen beruhte: Informationsaustausch von Gehirn zu Gehirn durch menschliche Sprache. Dieses Teilen von Kenntnissen erwies sich als so vorteilhaft, dass im Laufe der Zeit der moderne Mund- und Rachenraum durch eine biologisch-kulturelle Auslese geformt wurde. 


Vor 100.000 Jahren - Auf nach Europa

Nun erst konnte die ganze geistige Kapazität des Gehirns und die Geschicklichkeit der menschlichen Hand ausgenützt werden. Mehr Köpfe konnten mehr Kenntnisse zusammentragen, also waren größere Gruppen im Vorteil. Und das Mehr an Wissen machte auch die Ernährung einer größeren Bevölkerung möglich. Ältere Menschen erwiesen sich für die „Homo sapiens sapiens“ trotz körperlicher Schwächen als Vorteil, weil sie die Kenntnisse der Gruppe an die nächste Generation weitergeben konnten, und sie wurden deshalb besser gepflegt.

Vor 100.000 Jahren hat sich dann eine kleine Gruppe von „Homo sapiens sapiens“ aus einem der vielen Stämme aus Zentralafrika auf den Weg über den Sinai in den Nahen Osten (Kleinasien) zwischen Euphrat und Tigris aufgemacht. Die Gegend wird heute als Wiege der Menschheit angenommen. Hier wurde die Menschheit wahrscheinlich das erste Mal sesshaft. Und manche Wissenschaftler behaupten, dass der Grund für die Sesshaftigkeit darin liegt, dass man nun sehr einfach Alkohol aus dem Getreideanbau sehr einfach herstellen konnte. In dieser Zone siedelten sie weitere 60.000 Jahre und kamen in dieser Zeit mit verschiedenen Rassen zusammen, die bereits vor ihnen den Weg aus Afrika gefunden hatten.

Das durchschnittliche Lebensalter stieg auf mehr als 35 Jahre an. Der Kampf ums Dasein war dank der neu erfundenen technischen Hilfsmittel leichter geworden, es blieb erstmals Zeit für Tänze und Spiele, für Rituale und für Erzählungen. Und auch für die erstmalig planmäßige Produktion von Alkohol. Die Basis für diesen kulturellen Höhenflug war eine solide „Wirtschaft“. Die Großwildjagd wurde mit neuen Jagdwaffen wie etwa der Speerschleuder sicherer: Mit diesem „verlängertem Arm“ aus Holz oder Horn konnte ein Tier noch aus 30 Meter Entfernung tödlich getroffen werden. Fleisch von großen Tieren wie Mammuts, Wisenten oder Rentieren bildeten nach wie vor die Grundlage des späteiszeitlichen Speisezettels. Doch unsere Vorfahren lernten schnell, andere Leckerbissen zu nutzen: Fische, Muscheln und Vögel stellten die Ernährung auf eine breitere Basis. Darüber hinaus beobachteten „Homo sapiens sapiens“ sehr genau, was die Pflanzenwelt hervorbrachte.

Darunter befand sich auch die Urmutter fast aller Europäer, die natürlich auch die Urmutter der „Hurrelmanns“ ist. 

Vor ungefähr 35.000 Jahren - Über Umwege nach Europa

Im DNA Artikel wird unser Umweg über Asien erläutert. Fast 30.000 Jahre hatte der Weg ums Kaspische Meer gedauert. 

Erste Siedler auf der Geest vor 5.000 Jahren
Erste Siedler auf der Geest vor 5.000 Jahren

Vor 5.000 Jahren - Wir siedeln in Hurrel

Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir vor 5.000 Jahren in Hurrel angekommen sind und uns hier angesiedelt haben. Das belegen Artefakte aus der Gegend. Von da an beschreibt Klaus Lührmann in seinem Buch "Hude in alter Zeit" den weiteren geschichtlichen Verlauf der Gegend:

  • 3.000 v.Chr. Der Mensch wird auf der Geest sesshaft. Bau der großen Steingräber auf der Geest. Zur Überbrückung der Moore werden erste Bohlenwege gebaut.
  • 800 v.Chr. Beginnt sich die Besenheide auf übernutzten Ackerflächen auszubreiten.
  • 129 v.Chr. Wird der Bohlenweg zwischen Reiherholz und der Ortschaft Bäke zur Überbrückung des Geestrandmoores angelegt. Als archäologische Sensation werden an einer ehemaligen Gefahrenstelle des Weges zwei menschenähnliche Figuren aus Eichenholz gefunden.
  • 780 Karl der Große beginnt mit der Unterwerfung der heidnischen Sachsen Die Kämpfe ziehen sich bis zum Jahre 804 hin.
  • 1052 Erste Erwähnung der Kirche in Ganderkesee. Der älteste Vorgängerbau stammt aus dem 9.Jahrhundert. Hude gehört in dieser Zeit zum Kirchspiel Ganderkesee
  • 1108 Erwähnung Oldenburgs und des regierenden Grafen Egilmar I.
  • 1150 In dieser Zeit beginnt die Entwässerung, Eindeichung und Besiedlung des Niederungsgebietes im Raum Holle und Oberhausen
  • 1150 (um) Graf Christian I. von Oldenburg lässt aus seinem Grundbesitz ein Stück Wald (loh) in Form eines Geestsporns von einem Vorfahren des nachgewiesenen Stammvaters Eilerd Hurrelmann geb. 1603 ,,erheuern" (huren). Ursprung: ton Hurlo, Hurlo oder Hurrel.
  • 1192 In Bergedorf wird der Oldenburger Graf Christian, bei seiner Heimkehr von einem Kreuzzug, ermordet
  • 1204 Ab dieser Zeit sind Streitigkeiten zwischen den Stedinger Bauern und dem Erzbischof von Bremen urkundlich erwähnt
  • 1229 Beauftragt der Erzbischof von Bremen ein Ritterheer Stedingen zu erobern. Das Heer wird jedoch von den Bauern besiegt und zurückgeschlagen
  • 1230 Die Holler Kirche ist nach einer alten Urkunde als bereits vorhanden beschrieben
  • 1232 Ein ursprünglich in Bergedorf gegründetes Zisterzienserkloster wird an den Geestrand, beim heutigen Hude, verlegt. In diesem Zusammenhang taucht auch der Name Hude erstmalig auf
  • 1234 Die Stedinger werden, obwohl sie Christen sind, durch einen vom Papst unterstützten Kreuzzug bei Altenesch besiegt und ihr Besitz unter den Siegern aufgeteilt. Auch das junge Kloster Hude wird reich bedacht
  • 1236, 1249, 1258 und 1272 tauchen die Flurbezeichnungen bzw. Dorfnamen Nordheide, Nordenholz, Vielstedt und Lintel erstmals in Urkunden auf
  • 1278 Graf Otto II. gründet die Herrschaft Delmenhorst durch Trennung von der Grafschaft Oldenburg. Hude gehört fortan zu Delmenhorst
  • 1330 Der Bau des Klosters Hude ist im Wesentlichen abgeschlossen
  • 1428 Im Oldenburger Salbuch wird Hurrel das erste mal erwähnt: "item te´we hus ton Hurlo"
  • 1482 Delmenhorst wird vom Bistum Münster erobert
  • 1529 Einführung der Reformation im Oldenburgischen durch Graf Anton I.