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Vermutlich sah das erste Haus in etwa so aus. Ein Eenrumhus (8fach)
Vermutlich sah das erste Haus in etwa so aus. Ein Eenrumhus (8fach)
Wie es vor 2000 Jahren an der Küste aussah, beschreibt der römische Schriftsteller Plinius ( 23 - 79 n. Chr.): Dort bewohnt ein beklagenswertes Volk auf hohen Erdhügeln, die nach der Erfahrung, wie hoch die Flut steigt, mit den Händen aufgeworfen sind. In den darauf erbauten Hütten gleichen sie Seefahrern, wenn das Meer das Land herum bedeckt, und Schiffbrüchigen, wenn es zurückgewichen ist. Um die Hütten herum fangen sie Fische, die mit dem Wasser zurückfließen. Es ist ihnen nicht, wie ihren Nachbarn, vergönnt, Vieh zu halten und sich von Milch zu ernähren.
Nun ist Plinius wahrscheinlich nicht selbst an der ostfriesischen Küste gewesen, sondern hat wohl einiges vom Hörensagen übernommen; Ausgrabungen haben erwiesen, dass die Friesen damals sehr wohl Vieh gehalten haben. Dennoch zeigt das Zitat die Verwunderung der Römer darüber, dass es Menschen gab, die unter solchen - den Römern offensichtlich völlig fremden - Bedingungen leben konnten. 
Friedrich-Wilhelm SCHAER, Graf Johann der Deichbauer, in: OldenburgJb 81, 1981, S. 1-26 1499 
Graf Johann von Oldenburg erobert Butjadingen mit Hilfe eines Söldnerheeres unter 
Hauptmann Hans von Steinberg 
1499-1502 
Befreiung Stadlands und Butjadingens von oldenburgisch-welfischen Eroberern mit Hilfe Graf Edzards I. von Ostfriesland. Die Landesgemeinden stellen sich unter ostfriesische Schutzherrschaft 1499 versuchte Graf Johann V. von Oldenburg seinen Machtbereich noch einmal auszuweiten. Er eroberte mit Hilfe von viertausend Landsknechten, der "schwarzen Garde", das Stadland und Butjadingen, Auch zu Beginn des 16. Jh. war in Norddeutschland der Einfluß des Königs/Kaisers gering. Die  einzelnen Fürsten bemühten sich ständig, ihre Machtbereiche zu erweitern, denn nur größere politische Einheiten konnten die veränderten Bedingungen der teuren technischen Kriegsführung mit Kanonen und viele tausend Mann starken Söldnerheeren verkraften. Die Ritter wurden überflüssig. Bauernrepubliken als auch Städte gerieten gegenüber der nackten Gewalt ins Hintertreffen. Der Stadt Bremen mit ihrer Abhängigkeit vom Strom konnte es nicht gleichgültig sein, wer die Weserufer beherrschte. Sie fühlte sich jedoch zu schwach, um eine größere machtpolitische Rolle im Wesergebiet zu spielen. So verlegte 
sie sich zur Wahrung ihrer existentiellen Interessen auf Diplomatie. Gesandte wurden überall hingeschickt, damit auch kleinste Differenzen mit norddeutschen Mächten aus dem Weg geschafft würden. Während der Bauernerhebung im Stadland und in Butjadingen fungierte die Stadt 1502 als Vermittler. Trotz ihrer Zurückhaltung mußte sie zur Deckung laufender militärischer Kosten Kredite von Ratsherren, auswärtigen Klöstern und dem Erzstift aufnehmen. Die Beiträge zu kriegerischen Koalitionsunternehmen bestanden aus Schiffen und kleineren Truppenkontingenten aus Bürgern, Söldnern und auch aus Ratsherren unter Führung von adligen Rittern aus dem Erzstift. Obwohl außerhalb der Mauern keine Wehrpflicht bestand, zogen die vom Rat rekrutierten Bürger wohl nicht immer ganz freiwillig in den Krieg. Es konnte nicht verhindert werden, dass das Grafenhaus Oldenburg seinen Einfluss im Unterweserbereich wieder verstärkte. 
1511 musste Landwürden auf dem rechten Weserufer wieder an Oldenburg zurückgegeben werden, das ca. hundert Jahre zuvor,1408, als Pfand für Lösegeld nach der Gefangennahme des damaligen Grafen Christian an Bremen gefallen war. Nachdem 1514 der letzte Widerstand der Butjadinger Bauern gebrochen war, erhielt Johann V. von Oldenburg das Stadland zugesprochen, zwischen 1517 und 1523 brachte er auch noch Butjadingen an sich. Diese Konstellation sollte der Stadt Bremen in den nächsten 
Jahrhunderten noch zu schaffen machen. Als ein Koalitionsheer unter Beteiligung des Erzbischofs, der ein Anrecht auf dieses Gebiet angemeldet hatte, 1517 gegen die Wurster Bauern los schlug und sie am